Berichte über die Räumung + Sponti

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Um 13 Uhr gab es noch eine kleine Sponti von 20-30 Symphatisanten auf dem Marktplatz in Witzenhausen. Ein Transpi mit dem Spruch „Kreativität braucht Freiräume“ wurde entrollt und Flyer wurden an Passanten vergeben. Währenddessen waren noch zwei Personen die vor der Räumungsabsperrung von der Straße weggeholt wurden in Gewahrsam. Mittlerweile sind aber alle wieder freigelassen.

Räumung läuft!

Die Polizei Eschwege ist seit den frühen Morgenstunden dabei das Haus zu räumen. Vier Leute und ein Hund wurden in Gewahrsam genommen. Wir würden uns über Unterstützung freuen! Sind grad noch wenige, aber vielleicht kriegen wir ja noch was gebacken…

Eine Woche Hausbesetzung…

…und noch keine Räumung in Sicht.

Die ganze Woche über kamen interessierte Jugendliche, AnwohnerInnen und Symphatisanten vorbei um ihre Solidarität zu bekunden oder um einfach mal zu schauen. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön für euer Feedback. Ihr habt uns gezeigt, dass wir nicht alleine da stehen.

In der ersten Woche gab es ein buntes Programm. Es wurde eine große Einzugsparty gefeiert mit zwei Musikerinnen aus Göttingen, es gab einen alternativen Kinoabend, VoKü, weitere musikalische Auftritte sowie einen Flohmarkt. Die ganze Zeit über sind wir damit beschäftigt das Haus von Wasserschäden, Müllbergen und sonstigen Verfallungserscheinungen zu befreien.

Es fand ein Maltag statt bei dem jedeR der Kreativität freien Lauf lassen konnte um das Haus mit Pinsel und Farbe bewaffnet zu verschönern. Mittwochs soll es regelmäßig einen kritischen Filmabend geben und Donnerstags VoKü. Es sind Lesungen, weitere Konzerte, sportliche Aktivitäten und vieles mehr geplant. Das Programm hängt auch von den Ideen und dem Engagement von euch ab! Hier wurde ein Raum geschaffen in dem ihr eure Ideen verwirklichen könnt.

„…In Erwägung das da Häuser stehen, während ihr uns ohne Bleibe lasst, haben wir beschlossen jetzt dort einzuziehen, weil es uns in unsren Löchern nicht mehr passt…“ (Bertolt Brecht)

Das alte Fachwerkhaus steht seit über zehn Jahren leer und soll durch die Neubelebung vor dem Verfall bewahrt werden. Leer stehende Häuser erfüllen nach unserer Ansicht keinen Zweck! Die Bausubstanz zerfällt, durch Verwitterung treten Risse im Mauerwerk auf, durch welche Feuchtigkeit gelangt und somit der Nährboden für Schimmelpilze geschaffen wird. Auch in dem von uns besetzten Haus ist dies geschehen.
Auch wenn per Gesetz in Deutschland das Eigentum dogmatisch geschützt wird, halten wir dazu an, diese gesetzlichen Reglungen zu hinterfragen. In den Niederlanden zum Beispiel, ist es unter bestimmten Voraussetzungen nicht verboten, ein Haus zu besetzten. Steht ein Haus seit über einem Jahr leer und kann der/die BesitzerIn nicht beweisen, dass das Haus in kürze wieder in Gebrauch genommen wird ist eine „Besetzung“ nicht illegal. Hausbesetzung ist also kein Hausfriedensbruch solange nicht eingebrochen wurde und das Haus nicht durch jemand anderes in Gebrauch ist (Paragraph 138 des niederländischen Strafgesetzbuches).

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, dem über einhundert Jahre alten Haus einem Nutzen zuzuführen und ein Kulturzentrum zu etablieren.

Die Häuser denen, die sie (ge-) brauchen!!!

HR4 Radiomitschnitt

Bei HR4 gab es am Freitag eine kurze Nachrichtensendung über das befreite Haus. Ihr könnt euch den Audioschnipsel hier runterladen.

„Villa ElfA“ befreit

Seit einigen Stunden ist ein seit über einem Jahrzehnt lehrstehendes Haus in Witzenhausen (Nordhessen) von einer Gruppe junger Menschen besetzt.
Hier die erste Stellungnahme aus dem Haus:

In der Nacht vom 6. auf den 7. Mai 2009 wurde das Eckhaus an der Bohlenbrücke/Mündenerstraße in Witzenhausen (zwischen Kassel und Göttingen) befreit und besetzt. Es wird bewusst der Begriff „befreit“ benutzt, da das Objekt für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen soll – es soll frei für jeden sein, frei von Besitzansprüchen und Einschränkungen. Eine Gruppe von jungen Menschen befreite das Haus um einen öffentlichen Raum für alternatives, emanzipatorisches Miteinander zu schaffen. Das alte Fachwerkhaus steht seit über zehn Jahren leer und soll durch die Neubelebung vor dem Verfall bewahrt werden.
In dem Haus soll Freiraum für verschiedenste Projekt geschaffen werden. Dabei werden Ideen wie eine VoKü, Fahrradwerkstatt, Leseraum, Theater, kritisches Kino, alternative Konzerte etc. diskutiert. Die VoKü wird am Donnerstag Abend zum ersten Mal für alle Interessierten offen stehen. Durch seine zentrale Lage ist dieses Haus wie geschaffen für ein angestrebtes Kulturzentrum. Bisher gab es in Witzenhausen keinen öffentlichen Raum, in dem selbstverwaltete, alternative Projekte verwirklicht werden konnten.

Durch das Projekt solidarisieren wir uns mit den HausbesetzerInnen des geräumten „Topf und Söhne“ Geländes in Erfurt sowie mit anderen links autonomen Projekten – mit allen bedrohten Freiräumen.

Wir laden alle herzlich ein am Donnerstag, den 07.05.09, zur VoKü ab 20:00 Uhr zu kommen. Dies soll als Anstoß dienen, neue und unkonventionelle Wege des Miteinanders zu bestreiten. Jede/r ist willkommen Ideen und Inspirationen einzubringen, Anstöße zu geben und im Anschluss an ein leckeres, gemeinsames Abendessen ausgelassen zu feiern.

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